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Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin

    Natur- und Kulturlandschaft im Nordosten Brandenburgs

    Die Schorfheide-Chorin ist ein Biosphärenreservat, das sich im Nordosten von Brandenburg, Deutschland, erstreckt und in vier Landkreise unterteilt ist. Die Schorfheide-Chorin ist ein Biosphärenreservat, das sich im Nordosten von Brandenburg, Deutschland, erstreckt und in vier Landkreise unterteilt ist: Barnim, Uckermark, Märkisch-Oderland und Oberhavel. Das Reservat wurde 1990 von der UNESCO anerkannt und ist Teil des größeren Schorfheide-Chorin-Plattenlands, das sich über eine Fläche von etwa 1.291 Quadratkilometern erstreckt.

    Die Landschaft der Schorfheide-Chorin wurde während der letzten Eiszeit durch Gletscher geformt und ist geprägt von Grundmoränen, Endmoränen, Sandern und Urstromtälern. Die Region weist eine Vielzahl von Landschaftsformen auf, wie ausgedehnte Wälder, Seen, Flüsse, Moore, Heidelandschaften und Trockenrasen. Insgesamt gibt es über 200 Seen in der Region, darunter der Werbellinsee, der Parsteiner See und der Grimnitzsee.

    Das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist bekannt für seine Artenvielfalt und beherbergt eine große Anzahl seltener und gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Die ausgedehnten Wälder bestehen hauptsächlich aus Kiefern, Eichen, Buchen und Birken und bieten Lebensraum für Tiere wie Fischotter, See- und Fischadler, Kraniche, Europäische Biber und Schreiadler.

    Die Region ist auch ein bedeutendes Brutgebiet für Vögel, insbesondere für Wasservögel und Greifvögel. Das Hauptziel des Biosphärenreservats ist der Schutz und die Erhaltung der natürlichen und kulturellen Vielfalt der Region. Um dies zu erreichen, werden verschiedene Projekte und Programme durchgeführt, die sich auf den Schutz gefährdeter Arten, die Wiederherstellung von Lebensräumen und die nachhaltige Entwicklung der Region konzentrieren. Ein Beispiel ist das LIFE-Projekt „Moore der Schorfheide„, das sich auf die Renaturierung von degradierten Mooren und die Wiederherstellung ihrer natürlichen Wasserhaushalte konzentriert.

    Begegnung mit der Großtrappe

    Während einer Fototour im UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin bot sich mir im Jahr 2020 eine außergewöhnliche Beobachtung. Auf einer offenen Feldflur konnte ich mehrere Großtrappen entdecken und fotografieren, ein Naturerlebnis, das zu den eindrucksvollsten Begegnungen meiner fotografischen Reisen zählt.

    Die Großtrappe (Otis tarda) gehört zu den größten flugfähigen Vögeln der Erde. Ausgewachsene Hähne erreichen eine Körperhöhe von über einem Meter und können mehr als 15 Kilogramm wiegen. Damit zählt die Art zu den seltensten und zugleich beeindruckendsten Vogelarten Mitteleuropas. Die weiten Offenlandschaften Brandenburgs gehören zu den letzten Rückzugsräumen der Großtrappe in Deutschland. Hier findet sie großflächige Agrarlandschaften mit ausreichend Ruhe und Nahrung – Voraussetzungen, die in vielen Regionen längst verloren gegangen sind.

    Meine Begegnung entstand in respektvoller Distanz. Gerade bei einer so störungsempfindlichen Art steht nicht die möglichst große Brennweite oder das formatfüllende Porträt im Vordergrund, sondern die Beobachtung des natürlichen Verhaltens. Die Vögel bleiben Teil ihrer Landschaft – genau das macht für mich den besonderen Reiz solcher Aufnahmen aus.

    Die Fotografien zeigen nicht nur eine seltene Vogelart, sondern auch den Wert offener Kulturlandschaften für den Artenschutz. Wer einer Gruppe von Großtrappen in freier Wildbahn begegnet, erlebt einen Vogel, der in Deutschland nur noch an wenigen Orten vorkommt und dessen Erhalt von konsequentem Naturschutz abhängt. Auch Jahre später gehört diese Beobachtung zu den eindrucksvollsten Momenten meiner Naturfotografie. Sie erinnert daran, wie wertvoll jede Begegnung mit einer der seltensten Vogelarten Europas ist und wie wichtig es bleibt, ihre Lebensräume dauerhaft zu bewahren.

    Die Schorfheide-Chorin hat auch eine reiche kulturelle und historische Vergangenheit, die in einer Vielzahl von Sehenswürdigkeiten und Denkmälern zum Ausdruck kommt. Dazu gehören das Kloster Chorin, das Schiffshebewerk Niederfinow, das Ehm-Welk-Haus in Bad Freienwalde, die Hubertusstock-Jagdhütte und die Bockwindmühle in Altkünkendorf.

    Sehenswürdigkeiten

    Kloster Chorin: Das Kloster Chorin ist ein gotisches Backsteinkloster aus dem 13. Jahrhundert und eine der wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten der Region. Es wurde 1258 gegründet und diente als Zisterzienserkloster. Nach der Reformation wurde es säkularisiert und teilweise abgerissen. Heute sind die Ruinen des Klosters ein beliebtes Ausflugsziel und Veranstaltungsort, insbesondere für das Choriner Musiksommer-Festival.

    Schiffshebewerk Niederfinow: Das Schiffshebewerk Niederfinow ist das älteste noch in Betrieb befindliche Schiffshebewerk in Deutschland und ein bedeutendes technisches Denkmal. Es wurde zwischen 1927 und 1934 erbaut und dient dazu, Schiffe über einen Höhenunterschied von 36 Metern zwischen dem Oder-Havel-Kanal und dem Finowkanal zu heben und abzusenken.

    Ehm-Welk-Haus: Das Ehm-Welk-Haus in Bad Freienwalde ist dem berühmten deutschen Schriftsteller Ehm Welk gewidmet, der in der Region lebte und arbeitete. Das Haus beherbergt eine Ausstellung über das Leben und Werk des Autors und bietet Führungen und Lesungen an.

    Hubertusstock-Jagdhütte: Die Hubertusstock-Jagdhütte ist ein historisches Jagdschloss, das ursprünglich im 18. Jahrhundert erbaut wurde und später von verschiedenen preußischen Königen und deutschen Kaisern als Jagdresidenz genutzt wurde. Die Hütte liegt malerisch am Ufer des Werbellinsees und kann besichtigt werden.

    Bockwindmühle in Altkünkendorf: Die Bockwindmühle in Altkünkendorf ist eine historische Windmühle aus dem 18. Jahrhundert, die als Technikdenkmal und Museum dient. Besucher können die Mühle besichtigen und an Führungen teilnehmen, um mehr über die Geschichte der Mühle und die Mühlentechnik zu erfahren.

    Die Schorfheide-Chorin-Region bietet eine beeindruckende Mischung aus Natur, Kultur und Geschichte, die sowohl Erholungssuchende als auch Naturfreunde anspricht. Die zahlreichen Freizeitmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten ermöglichen es den Besuchern, die Schönheit der Region zu entdecken und gleichzeitig ihr reiches Natur- und Kulturerbe zu würdigen.

    ThemaZahlen / Daten / Fakten
    NameBiosphärenreservat Schorfheide-Chorin
    Richtige EinordnungUNESCO-Biosphärenreservat, nicht Nationalpark
    BundeslandBrandenburg
    LageNordöstlich von Berlin, zwischen Barnim, Uckermark, Märkisch-Oderland und Oberhavel
    UNESCO-Anerkennung1990 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt
    GrößeRund 1.292 km²
    KernzoneRund 36 km² Kernzone
    PflegezoneRund 241 km² Pflegezone
    LandschaftsraumNorddeutsche Jungmoränenlandschaft mit Wäldern, Seen, Mooren, Feldern, Wiesen und historischen Kulturlandschaften
    SeenRund 240 Seen prägen das Biosphärenreservat.
    MooreTausende Moore und Feuchtgebiete gehören zur typischen Landschaft des Gebietes.
    SchorfheideDie Schorfheide gilt als eines der großen zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands.
    ChorinChorin ist besonders durch das ehemalige Zisterzienserkloster Kloster Chorin und die umgebende Kulturlandschaft bekannt.
    Kloster ChorinBacksteingotisches Kloster aus dem Mittelalter und eines der bekanntesten historischen Motive der Region
    UNESCO-Weltnaturerbe GrumsinDer Buchenwald Grumsin liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und gehört seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe.
    Buchenwald GrumsinAlter Tiefland-Buchenwald mit Mooren, Waldseen, Erlenbrüchen, bewegtem Relief und naturnaher Waldentwicklung
    Totalreservat GrumsinDer Buchenwald Grumsin ist seit 1990 als Totalreservat ausgewiesen.
    SchutzgedankeVerbindung von Naturschutz, nachhaltiger Landnutzung, Waldwirtschaft, Landwirtschaft, Regionalentwicklung und Bildung
    Typische OrteAngermünde, Joachimsthal, Chorin, Altkünkendorf, Groß-Ziethen, Brodowin, Eberswalde und Groß Schönebeck
    Bekannte FotomotiveBuchenwald Grumsin, Kloster Chorin, Werbellinsee, Grimnitzsee, Waldwege, Moore, Seen, Alleen, alte Bäume und stille Dörfer
    Rundwege GrumsinBekannte Wege sind unter anderem das Grüne, Rote und Gelbe Buchenblatt rund um den Buchenwald Grumsin.
    Fotografischer CharakterStill, waldreich, wasserreich, ursprünglich, herbststark und geprägt von Buchen, Seen, Mooren, Wegen und alten Kulturlandschaften
    Beste Fotozeit WaldFrühjahr mit frischem Buchenlaub, Herbst mit Laubfarben, Nebel, bedecktes Licht und ruhige Morgenstunden
    Beste Fotozeit SeenFrüher Morgen, Nebel, windstille Wasserflächen, Sonnenaufgang und spätes Abendlicht
    Beste Fotozeit Kloster ChorinMorgen- oder Abendlicht, bedeckter Himmel für Backsteindetails, Herbstlaub und ruhige Besuchszeiten
    Geeignet fürWaldfotografie, Landschaftsfotografie, Schwarzweißfotografie, Architekturfotografie, Naturdetails, Fahrradtouren mit Kamera und ruhige Serien
    Empfohlene Brennweiten21 mm bis 28 mm für Waldweite und Architektur, 35 mm für Wege und Reportage, 50 mm für Details, 75 mm bis 90 mm für Baumreihen, Waldschichten, Seen und Verdichtung
    Schwarzweiß-EignungSehr gut geeignet bei alten Buchen, Nebel, Mooren, Waldwegen, Backsteingotik, Wasserflächen, Baumstrukturen und reduzierten Wintermotiven
    FarbfotografieBesonders reizvoll bei frischem Buchenlaub, Herbstfarben, moosigen Waldflächen, Abendlicht an Seen und warmem Backstein am Kloster Chorin
    Wichtiger HinweisIn Schutzbereichen und im Weltnaturerbe Grumsin sollten Wegegebote, Ruhebereiche und Hinweise der Schutzgebietsverwaltung unbedingt beachtet werden.
    Besonderer ReizSchorfheide-Chorin verbindet alte Wälder, Seen, Moore, Backsteingotik und brandenburgische Kulturlandschaft auf ungewöhnlich stille Weise.
    Charakter in einem SatzDas Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin ist eine große, stille Wald- und Seenlandschaft nordöstlich von Berlin, in der Buchenwälder, Moore, Seen und Kloster Chorin zu starken Fotomotiven werden.
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