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Leica Q2 und Nikon F6 Plau am See

    Ein Photowalk am frühen Morgen

    Der Photowalk begann bereits um 6:00 Uhr. Zu dieser Tageszeit ist Plau am See noch ruhig. Die Straßen sind nahezu menschenleer, am Hafen herrscht nur wenig Betrieb und das weiche Morgenlicht schafft ideale Bedingungen für Architektur- und Stadtfotografie.

    Die Runde durch die Altstadt, entlang des Hafens und der Elde absolvierte ich zweimal. So konnte ich dieselben Motive mit unterschiedlichen Kameras und Bildcharakteren aufnehmen. Zum Einsatz kamen die Leica Q2 Monochrom, die Leica Q2 sowie die Nikon F6 mit Schwarzweißfilm. Während des Photowalks wechselte ich bewusst zwischen den Kameras, um die unterschiedlichen Bildwirkungen unmittelbar miteinander vergleichen zu können.

    Die Leica Q2 Monochrom konzentrierte sich vollständig auf Licht, Kontraste und Tonwerte. Die Leica Q2 zeigte dieselben Motive in Farbe und bot eine andere Herangehensweise an Stadt- und Architekturfotografie. Mit der Nikon F6 entstand schließlich eine klassische analoge Bildserie, bei der jede Aufnahme bewusster komponiert wurde und der Film seinen eigenen Charakter in die Bilder einbrachte.

    Gerade dieser direkte Vergleich machte den Photowalk besonders interessant. Dieselben Straßen, Gebäude und Boote wirken je nach Kamerasystem überraschend unterschiedlich. Die digitale Monochromfotografie, die Farbfotografie und die analoge Schwarzweißfotografie ergänzten sich dabei hervorragend und zeigten, wie unterschiedlich ein einziger Ort fotografisch interpretiert werden kann.

    Plau am See eignet sich gut für einen ruhigen Photowalk. Die Stadt bietet eine überschaubare Mischung aus Altstadt, Wasser, Hafen, Hubbrücke und kleinen Details am Rand der Wege. Für die Leica Q2 Monochrom ist das ein passendes Umfeld, weil die Kamera den Blick konsequent auf Licht, Form und Struktur lenkt.

    Die Aufnahmen entstanden nicht als klassische Reisereportage, sondern als fotografischer Spaziergang. Im Mittelpunkt standen einfache Motive: Fassaden, Fenster, Pflaster, Stege, Boote, Geländer und Spiegelungen auf dem Wasser. In Schwarzweiß treten diese Elemente klarer hervor als in Farbe. Das Bild wird ruhiger, grafischer und oft auch zeitloser.

    Die Leica Q2 Monochrom arbeitet mit einem reinen Schwarzweißsensor und einem fest verbauten 28-mm-Objektiv. Diese Kombination ist für einen Photowalk sehr praktisch. Die Kamera bleibt kompakt, das Objektiv ist vielseitig genug für Straßen, Architektur, Landschaft und Details. Gleichzeitig zwingt die feste Brennweite dazu, den Standort bewusst zu wählen.

    Gerade in Plau am See zeigt sich der Vorteil dieser Arbeitsweise. Die Altstadt liefert Linien, Flächen und Oberflächen. Am Wasser kommen Reflexionen, Himmel und ruhige Bildräume hinzu. Die Hubbrücke und der Hafen bieten technische und maritime Motive, ohne dass der Ort überladen wirkt.

    Schwarzweiß reduziert die Stadt auf ihre wesentlichen Formen. Backstein, Holz, Wasser und Metall werden nicht über Farbe beschrieben, sondern über Tonwerte. Die Q2 Monochrom gibt diese Abstufungen sehr fein wieder. Besonders bei diffusem Licht oder leicht bewölktem Himmel entstehen ausgewogene Dateien mit guter Zeichnung in Lichtern und Schatten.

    Für mich war der Photowalk in Plau am See deshalb weniger ein Test der Kamera als eine Bestätigung ihrer Stärken. Die Leica Q2 Monochrom eignet sich hervorragend für konzentrierte Spaziergänge, bei denen man nicht mit viel Ausrüstung unterwegs sein möchte. Sie ist schnell einsatzbereit, unauffällig und liefert eine sehr klare Schwarzweißanmutung.

    Hinweis: die 7 Aufnahmen sind mit der Nikon F6 und Fuji 400H Pro entstanden im Jahr 2019

    Plau am See war dafür ein geeigneter Ort: ruhig, überschaubar und abwechslungsreich genug, um über mehrere Stunden Motive zu finden. Die entstandenen Bilder zeigen keine spektakuläre Inszenierung, sondern einen sachlichen Blick auf Stadt, Wasser und Architektur, reduziert auf Licht, Struktur und Tonwert.

    Merkmal Hubbrücke Plau am See
    Bauwerk Historische Hubbrücke über die Müritz-Elde-Wasserstraße.
    Standort Plau am See, Mecklenburg-Vorpommern, im historischen Stadtkern.
    Baujahr 1916.
    Vorgänger Bis 1916 befand sich an gleicher Stelle eine hölzerne Zugbrücke.
    Brückentyp Stählerne Hubbrücke für Straßen-, Fußgänger- und Radverkehr.
    Länge 12,10 m.
    Stützweite 10,50 m.
    Breite 6,37 m.
    Maximale Hubhöhe 1,86 m – damit die höchste Hubbrücke Mecklenburgs.
    Überführt Straßenverkehr, Radfahrer und Fußgänger.
    Gewässer Müritz-Elde-Wasserstraße zwischen Plauer See und Elde.
    Denkmalschutz Die Hubbrücke ist ein technisches Denkmal.
    Geschichte 1945 blieb die Brücke vor der Sprengung bewahrt und gehört heute zu den Wahrzeichen der Stadt.
    Sanierungen 1991/92 Rekonstruktion; 2020/21 Grundinstandsetzung mit neuer Antriebstechnik und Fernbedienung.
    Funktion heute Öffnet für Sportboote und Fahrgastschiffe auf der Müritz-Elde-Wasserstraße.
    Fotografische Motive Hubbrücke, Hubvorgang, historische Altstadt, Hubturm, Boote, Spiegelungen auf der Elde und Abendlicht.
    Beste Tageszeit Früher Morgen und Abend für ruhiges Licht; tagsüber während der Brückenöffnungen.
    Besonderheit Die Hubbrücke zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen von Plau am See und ist eines der beliebtesten Fotomotive der Mecklenburgischen Seenplatte.
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