Zum Inhalt springen
Start » Kormorankolonie Rügen

Kormorankolonie Rügen

    Naturfotografie mit der Leica M10-R

    Artikel über Kormorane auf Rügen, fotografiert bewusst ohne Teleobjektiv mit Leica M10-R und 90-mm-Objektiv.

    Rügen wird häufig mit den Kreidefelsen, den alten Buchenwäldern des Nationalparks Jasmund oder den langen Ostseestränden in Verbindung gebracht. Doch die größte deutsche Insel besitzt noch eine andere, deutlich stillere Seite. Entlang der Boddengewässer prägen Schilfgürtel, flache Uferzonen, abgestorbene Baumgruppen und große Vogelkolonien das Landschaftsbild. Hier lebt eine Vogelart, die bis heute kontrovers diskutiert wird und zugleich zu den markantesten Bewohnern dieser Gewässer gehört – der Kormoran.

    Für diese Bildserie war ich bewusst mit einer sehr reduzierten Ausrüstung unterwegs: Leica M10-R und Voigtländer Apo-Ultron 90 mm f/2.0 VM. Ein klassisches Teleobjektiv blieb zu Hause. Statt enger Tierporträts entstanden Landschaftsaufnahmen, in denen die Kormorane Teil ihres natürlichen Lebensraums bleiben.

    Rügen ist nicht nur Kreideküste, Buchenwald und Ostseebad. Abseits der bekannten Aussichtspunkte zeigt die Insel eine rauere, stillere Seite: Boddenlandschaften, Schilfgürtel, abgestorbene Baumkronen und Vogelkolonien, die aus der Entfernung fast wie schwarze Zeichen in der Landschaft wirken. Besonders eindrucksvoll sind die Kormorane. Sie sitzen oft in Gruppen auf kahlen Ästen, fliegen flach über das Wasser oder stehen mit ausgebreiteten Flügeln am Ufer, um ihr Gefieder zu trocknen.

    Der Kormoran ist ein Vogel der Gewässer. Er lebt von Fisch, brütet in Kolonien und nutzt je nach Landschaft Bäume, Felsen oder andere geschützte Brutplätze. In baumbrütenden Kolonien verändern die Vögel sichtbar ihre Umgebung: Durch den scharfen Kot werden Blätter und Zweige geschädigt, die Bäume wirken später kahl, fast silbrig und abgestorben. Genau diese Mischung aus Leben und Verfall macht solche Orte fotografisch interessant.

    Auf Rügen haben Kormorane eine lange Geschichte. Die Insel Pulitz im Kleinen Jasmunder Bodden war bereits früh ein bedeutendes Vogelschutzgebiet; die frühere große Kormorankolonie wurde dort jedoch in den 1950er Jahren aufgegeben. Heute sollte man deshalb vorsichtig sein, historische und aktuelle Koloniestandorte nicht zu verwechseln. Eine heute bekannte Kormorankolonie liegt bei Niederhof am Strelasund, wo der NABU von etwa 1.300 Brutpaaren berichtet.

    Die Geschichte der Kormorane auf Rügen reicht weit zurück. Bereits auf der Insel Pulitz im Kleinen Jasmunder Bodden existierte früher eine bedeutende Brutkolonie, die jedoch in den 1950er-Jahren aufgegeben wurde. Heute befinden sich größere Brutkolonien an anderen Standorten der Insel und ihrer Boddengewässer. Zu den bekanntesten zählt die Kolonie bei Niederhof am Strelasund, die mit rund 1.300 Brutpaaren zu den bedeutendsten Brutgebieten Mecklenburg-Vorpommerns gehört. Wer Kormorane auf Rügen beobachten möchte, sollte deshalb historische und aktuelle Brutplätze unterscheiden. Nicht jeder frühere Koloniestandort wird heute noch genutzt.

    Naturbeobachtung mit Abstand

    Kormorankolonien sind keine Kulisse, sondern sensible Lebensräume. Gerade während der Brutzeit sollte Abstand selbstverständlich sein. Wege, Sperrungen und Hinweise in Naturschutzgebieten sind zu beachten. Bei Pulitz ist besonders wichtig: Das Gebiet ist aus Naturschutzgründen nicht ganzjährig frei zugänglich; die Begehbarkeit ist zeitlich eingeschränkt.

    Fotografisch ist das kein Nachteil. Gute Naturfotografie entsteht nicht durch Nähe um jeden Preis, sondern durch Beobachtung, Geduld und die Bereitschaft, den Ort so zu akzeptieren, wie er ist. Die Leica M10-R mit dem 90-mm-Objektiv passt genau zu dieser Haltung: langsam, bewusst, reduziert.

    Fazit

    Die Kormorane auf Rügen zeigen eine andere Seite der Insel. Nicht die helle Postkartenlandschaft, sondern eine stille, etwas herbe Natur zwischen Wasser, Wald und abgestorbenen Baumkronen. Mit der Leica M10-R und dem Voigtländer APO-Ultron 2/90 mm entsteht daraus keine reine Tierdokumentation, sondern ein fotografischer Blick auf Landschaft und Vogelkolonie zugleich. Die Kormorane bleiben Teil ihres Lebensraums. Die Bilder erzählen nicht nur vom Vogel, sondern auch vom Ort, vom Boddenlicht und von der eigenwilligen Natur Rügens.

    Schlagwörter: