„Vor allem deine bewusste Entscheidung, analog und digital ohne übermäßige Nachbearbeitung zu fotografieren, deine Vorliebe für natürliches Licht und deine Geduld in der Landschafts- und Naturfotografie sprechen für eine ruhige, beobachtende Herangehensweise. Gleichzeitig fällt auf, dass sich durch deine Bildserien ein roter Faden zieht: Du dokumentierst Orte so, wie du sie erlebt hast, anstatt sie nachträglich zu inszenieren.“
Persönlichkeit und Fotografie – mein fotografischer Blick
Die Aussage von Wolfgang Weber, dass Fotografie immer auch die Persönlichkeit des Fotografen widerspiegelt, trifft auch auf meine eigene Arbeitsweise zu. Meine Bilder entstehen nicht mit dem Ziel, möglichst spektakulär oder technisch perfekt zu sein. Vielmehr versuche ich, Landschaften, Städte und Menschen so festzuhalten, wie ich sie in diesem Moment wahrgenommen habe.
Ich arbeite bewusst ruhig und beobachtend. Gerade in der Naturfotografie nehme ich mir Zeit, ein Motiv kennenzulernen, Licht und Wetter zu beobachten und den richtigen Augenblick abzuwarten. Dieses geduldige Arbeiten prägt meine Bilder stärker als eine aufwendige Nachbearbeitung am Computer.
Ein weiterer Bestandteil meiner Fotografie ist die Reduktion auf das Wesentliche. Deshalb fotografiere ich sowohl analog als auch digital weitgehend ohne künstliche Effekte oder Presets. Meine Aufnahmen entstehen überwiegend „out of camera“. Lediglich kleinere Korrekturen wie das Ausrichten des Horizonts oder eine behutsame Anpassung von Helligkeit und Kontrast gehören zu meinem Workflow. Das eigentliche Bild soll bereits im Moment der Aufnahme entstehen.
Auch die Wahl meiner Kameras unterstützt diese Arbeitsweise. Besonders die Leica M10-R, aber ebenso meine analogen Kameras wie die Rolleiflex Hy6, Leica M6 oder Nikon F6, entschleunigen den fotografischen Prozess. Sie laden dazu ein, Motive bewusst auszuwählen, den Bildaufbau sorgfältig zu gestalten und den Auslöser erst dann zu betätigen, wenn Bildinhalt und Licht zusammenpassen.
Rückblickend würde ich meinen fotografischen Stil als eine Verbindung aus Beobachtung, Geduld und Ordnung beschreiben. Mich interessieren weniger spektakuläre Einzelbilder als authentische Bildserien, die einen Ort, eine Landschaft oder einen besonderen Moment dokumentieren. Ob Nationalpark, Küstenlandschaft, Fichtelgebirge oder eine Straße in Berlin – meine Fotografie soll zeigen, wie ich einen Ort erlebt habe, nicht wie er durch digitale Effekte hätte aussehen können.
Vielleicht ist genau das meine fotografische Persönlichkeit: aufmerksam beobachten, bewusst fotografieren und der Wirklichkeit den Vorrang vor der Inszenierung geben.
Persönlichkeit prägt den fotografischen Blick
Welche Rolle spielt die eigene Persönlichkeit beim Fotografieren? Im Artikel über Wolfgang Weber erfährst du, warum Wahrnehmung, Geduld und der persönliche Blick oft wichtiger sind als Technik oder Bildbearbeitung – ein spannender Denkanstoß für alle Leica- und Analogfotografen.
➜ Zum Artikel „Wolfgang Weber – Persönlichkeit und Fotografie“