Festival Mediaval in Aš – ein Herzensprojekt mit besonderer Atmosphäre
Artikel über das Festival Mediaval in Aš, das als Herzensprojekt von Blacky Schwarz entstand und trotz weniger Besucher eine besondere Atmosphäre hatte.
Manche Festivals werden an ihren Besucherzahlen gemessen. Andere bleiben vor allem wegen der Menschen in Erinnerung, die sie mit Leidenschaft auf die Beine gestellt haben. Das Festival Mediaval in Aš (Asch) gehörte zur zweiten Kategorie. Es war ein Festival, das weniger von seiner Größe lebte als von der Idee, mittelalterliche Musik und Kultur auch auf tschechischer Seite der Grenze erlebbar zu machen.
Initiator und treibende Kraft war „Blacky“ Schwarz, für den das Festival weit mehr als eine Veranstaltung war. Es war ein persönliches Herzensprojekt, das Musiker, Künstler und Besucher aus Deutschland und Tschechien zusammenbringen sollte. Mit großem Engagement entstand eine Bühne für Mittelalter-, Folk- und Pagan-Musik in einer Region, die kulturell eng mit dem bayerisch-tschechischen Grenzgebiet verbunden ist.
Musik ohne große Kulisse
Als Headliner stand Brain auf der Bühne. Gemeinsam mit weiteren Künstlern sorgte die Band für ein abwechslungsreiches Programm, das von mittelalterlichen Klängen bis hin zu modernen Folk- und Rockeinflüssen reichte. Die Atmosphäre unterschied sich deutlich von großen Open-Air-Festivals. Kurze Wege, persönliche Gespräche und die unmittelbare Nähe zwischen Musikern und Publikum verliehen der Veranstaltung einen familiären Charakter. Gerade darin lag für viele Besucher der besondere Reiz.
Im Schatten des Goldbergs
Zeitgleich fand jedoch das weithin bekannte Festival Mediaval auf dem Goldberg in Selb statt. Dort strömten Jahr für Jahr Tausende Besucher auf das Festivalgelände. Internationale Bands, ein großer Mittelaltermarkt und ein umfangreiches Rahmenprogramm machten Selb zu einem der bedeutendsten Mittelalterfestivals Europas.
Für das Festival in Aš bedeutete diese Parallelveranstaltung eine enorme Herausforderung. Viele Fans entschieden sich verständlicherweise für den etablierten Veranstaltungsort in Selb. Entsprechend überschaubar blieb die Zahl der Besucher auf tschechischer Seite.
Gerade die geringe Besucherzahl verlieh dem Festival jedoch einen ganz eigenen Charakter. Künstler und Publikum begegneten sich auf Augenhöhe. Nach den Konzerten blieb Zeit für Gespräche, gemeinsame Fotos oder einen Austausch über Musik und Szene.
Für Fotografen bot diese Nähe besondere Möglichkeiten. Bühnenaufnahmen entstanden ohne große Absperrungen oder Gedränge. Auch Backstage-Momente und Porträts konnten oft in entspannter Atmosphäre fotografiert werden – eine Seltenheit bei großen Festivals.
Ein grenzüberschreitender Gedanke
Das Festival verstand sich nicht nur als Musikveranstaltung, sondern auch als kulturelle Brücke zwischen Bayern und Tschechien. Die Region um Selb, Aš und das Fichtelgebirge war über Jahrhunderte eng miteinander verbunden. Mit dem Festival sollte diese gemeinsame Geschichte wieder stärker sichtbar werden. Gerade in Grenzregionen besitzen solche Veranstaltungen eine besondere Bedeutung. Sie schaffen Begegnungen, fördern den kulturellen Austausch und zeigen, dass Musik sprachliche und nationale Grenzen überwinden kann.
Erinnerungen bleiben
Nicht jedes Festival wird dauerhaft Bestand haben. Manche Veranstaltungen verschwinden nach wenigen Jahren wieder aus dem Veranstaltungskalender. Dennoch hinterlassen sie Spuren – vor allem bei den Menschen, die sie organisiert, unterstützt oder besucht haben.
Das Festival Mediaval in Aš war ein solches Ereignis. Es zeigte, wie viel persönliches Engagement hinter einer kulturellen Idee stehen kann. Auch wenn nur wenige Besucher den Weg nach Aš fanden und das große Festival in Selb gleichzeitig die Massen anzog, bleibt das tschechische Festival als außergewöhnliches Projekt in Erinnerung.
Für Fotografen bot es zudem eine seltene Gelegenheit, Musik, Künstler und Atmosphäre aus unmittelbarer Nähe festzuhalten. Gerade diese authentischen Momente machen heute den besonderen Wert der entstandenen Bilder aus. Sie dokumentieren nicht nur Konzerte, sondern auch den Einsatz eines kleinen Teams, das mit viel Leidenschaft ein Festival verwirklichte – getragen von der Vision von „Blacky“ Schwarz und der Überzeugung, dass Kultur auch im Kleinen ihre größte Wirkung entfalten kann.
Das Festival Mediaval in Aš war kein Festival der großen Zahlen, sondern ein Projekt mit Haltung. Während auf dem Goldberg in Selb die Massen feierten, entstand in Asch ein kleiner, persönlicher Gegenpol, getragen von Idealismus, Musik und der Leidenschaft von Blacky Schwarz. Gerade deshalb bleibt es bemerkenswert: Es zeigte, dass Kultur nicht immer groß sein muss, um Bedeutung zu haben. Manchmal liegt ihr Wert gerade in der Nähe, im Engagement und in den Momenten, die nur entstehen, wenn Menschen etwas aus Überzeugung tun.












