Verborgenes Naturmotiv im Wiesenttal
Oberhalb der Schottersmühle im Wiesenttal verbirgt sich eine der eindrucksvollsten, aber weniger bekannten Höhlen der Fränkischen Schweiz. Die Schottersmühlhöhle, auch unter der Bezeichnung „Gaiskirche B 66“ bekannt, ist keine touristisch erschlossene Schauhöhle. Mehrere Öffnungen und natürliche Deckenfenster lassen Tageslicht in die große Felsenhalle fallen und erzeugen eine geheimnisvolle Atmosphäre.
Der Zugang zur Höhle
Der Weg zur Schottersmühlhöhle ist nicht direkt ausgeschildert. Vom markierten Wanderweg zweigt lediglich ein schmaler und leicht zu übersehender Pfad in den Hang ab. Dieser führt in engen Kehren, über Wurzeln und felsige Abschnitte steil zur Höhle hinauf. Auch veröffentlichte Tourenbeschreibungen weisen ausdrücklich darauf hin, dass zur Höhle kein markierter Weg führt.
Besonders bei feuchter Witterung ist der Auf- und Abstieg anspruchsvoll. Erde, Laub, glatte Wurzeln und Felsen können sehr rutschig sein. Der Rückweg über denselben steilen Pfad erfordert häufig noch mehr Aufmerksamkeit als der Aufstieg.
Festes Schuhwerk mit gutem Profil, Trittsicherheit und eine vorsichtige Routenwahl sind unbedingt empfehlenswert. Bei starkem Regen, Eis oder Schnee sollte auf den Abstecher verzichtet werden. Der Weg eignet sich weder für Kinderwagen noch für Menschen, die sich auf steilem und ungesichertem Gelände unsicher fühlen.
Fotografieren in der Schottersmühlhöhle
Fotografisch lebt die Höhle vom starken Gegensatz zwischen dem dunklen Innenraum und dem hellen Wald vor ihren Öffnungen. Durch die unterschiedlichen Felsdurchbrüche entstehen natürliche Rahmen, Lichtinseln und geheimnisvolle Silhouetten. Besonders reizvoll sind die moosbewachsenen Felsen, freiliegenden Wurzeln und der Blick aus dem Dunkel der Höhle in das Grün des Wiesenttals.
Leica M EV1 mit TRI-Elmar 16-18-21mm
Die hohen Helligkeitsunterschiede stellen jedoch eine Herausforderung dar. Wird auf den hellen Höhlenausgang belichtet, verschwinden viele Strukturen im Inneren beinahe vollständig im Schwarz. Eine Belichtung auf die Schatten kann dagegen zu ausgefressenen Lichtern im Bereich der Öffnungen führen.
Für solche Motive empfiehlt sich:
- im RAW- beziehungsweise DNG-Format zu fotografieren,
- die Belichtung an den hellen Außenbereichen auszurichten,
- das Histogramm und die Spitzlichterwarnung zu kontrollieren,
- mehrere Belichtungen für eine spätere Zusammenführung aufzunehmen,
- ein Stativ nur dort aufzustellen, wo der Durchgang nicht behindert wird.
Bei der Bearbeitung sollten die Schatten behutsam angehoben werden. Ein vollständig aufgehellter Innenraum würde die natürliche Wirkung des Ortes verlieren. Gerade die dunklen Flächen verleihen den Aufnahmen Tiefe und lassen das einfallende Licht besonders eindrucksvoll erscheinen.
Wichtiger Hinweis
Die Schottersmühlhöhle ist ein natürlicher und nicht gesicherter Ort. Der Zustand des Pfades kann sich durch Regen, umgestürzte Bäume oder abrutschendes Material kurzfristig verändern. Markierungen und Absperrungen sind zu beachten. Felsen, Pflanzen und mögliche tierische Bewohner der Höhle dürfen nicht beeinträchtigt werden.
Wer den steilen und versteckten Zugang vorsichtig bewältigt, findet einen außergewöhnlichen Fotostandort: eine gewaltige, dunkle Felsenhalle, deren Öffnungen den Wald wie durch natürliche Fenster zeigen. Eine ausführliche Wegbeschreibung bestätigt den unmarkierten Abzweig und den äußerst steilen Aufstieg über Wurzeln und Felsen.








