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Filmsorten ISO Empfindlichkeit

    Wer analog fotografiert, entscheidet sich nicht nur für eine Kamera, sondern immer auch für einen Film. Der Film bestimmt wesentlich, wie ein Bild wirkt: feines oder grobes Korn, natürliche oder kräftige Farben, weiche oder harte Kontraste, hohe oder geringe Lichtempfindlichkeit. Eine der wichtigsten Angaben auf jeder Filmpackung ist die ISO-Empfindlichkeit.

    ISO beschreibt, wie lichtempfindlich ein Film ist. Ein Film mit ISO 100 benötigt mehr Licht als ein Film mit ISO 400. Dafür bietet ISO 100 meist feineres Korn, höhere Detailzeichnung und ruhigere Tonwerte. ISO 400 ist flexibler, eignet sich besser für wechselnde Lichtverhältnisse und erlaubt kürzere Belichtungszeiten. ISO 800 oder höher wird interessant, wenn wenig Licht vorhanden ist oder Bewegung eingefroren werden soll.

    Was bedeutet ISO bei Film?

    ISO ist die internationale Normangabe für Filmempfindlichkeit. Früher waren auch ASA und DIN verbreitet. ISO 100 entspricht 21° DIN, ISO 400 entspricht 27° DIN. Je höher die ISO-Zahl, desto empfindlicher ist der Film gegenüber Licht. Filme mit ISO 50 oder ISO 100 sind klassische Tageslichtfilme. Sie brauchen viel Licht oder ein Stativ, liefern dafür aber sehr feine Details. Für Landschaft, Architektur, Naturfotografie und ruhige Motive sind sie hervorragend geeignet.

    Ein Beispiel ist Kodak Ektar 100. Kodak beschreibt Ektar 100 als niedrigempfindlichen, tageslichtabgestimmten Farbnegativfilm mit ISO 100/21°. Er ist bekannt für sehr feines Korn, kräftige Farben, hohe Schärfe und erhöhte Farbsättigung. Damit eignet er sich besonders für Natur-, Reise-, Outdoor- und Landschaftsfotografie. (Kodak⁠)

    Bei Schwarzweißfilmen zählen ISO-100-Filme wie Ilford FP4 Plus, Kodak T-Max 100 oder Fomapan 100 zu den klassischen Optionen. Sie bieten feines Korn, gute Schärfe und einen kontrollierten Look. Für alte Bäume, Felsen, Architektur und stille Landschaften sind solche Filme sehr gut geeignet. Der Nachteil: Bei wenig Licht wird es schwieriger. Im Wald, bei Nebel, in Innenräumen oder am Abend kommt man mit ISO 100 schnell an Grenzen. Dann braucht man ein Stativ, eine offene Blende oder längere Belichtungszeiten.

    ISO 200 ist ein sehr angenehmer Mittelweg. Diese Filme sind lichtempfindlicher als ISO 100, aber meist feiner als ISO 400. Für Reisen, Alltag, leichte Bewölkung, Streetfotografie und Spaziergänge sind ISO-200-Filme sehr praktisch.

    Typische Beispiele sind Kodak Gold 200, Kodak ColorPlus 200 oder Fomapan 200. Sie liefern einen klassischen analogen Look, sind oft günstiger als professionelle Filme und eignen sich gut für alltägliche Motive. ISO 200 ist besonders interessant, wenn man tagsüber flexibel bleiben möchte, ohne gleich auf den körnigeren Charakter von ISO 400 zu gehen. Für Fotowalks, Stadt, leichte Naturmotive und dokumentarische Serien ist ISO 200 oft ausreichend. In dunklen Wäldern oder am Abend ist ISO 400 aber meist die bessere Wahl.

    ISO 400 ist vermutlich die wichtigste Empfindlichkeit in der analogen Fotografie. Sie bietet genug Reserve für wechselnde Lichtverhältnisse und bleibt gleichzeitig qualitativ sehr gut. Viele der bekanntesten Filme liegen in dieser Klasse.

    Kodak Portra 400 ist ein professioneller Farbnegativfilm mit ISO 400 und wird für feines Korn, gute Hauttöne und hohe Flexibilität geschätzt. Händler- und Produktangaben beschreiben ihn als ISO-400-Farbnegativfilm mit sehr feinem Korn für seine Empfindlichkeitsklasse. Ilford HP5 Plus ist ein klassischer Schwarzweißfilm mit ISO 400. Ilford beschreibt ihn als vielseitigen Allround-Schwarzweißfilm mit mittlerem Kontrast, geeignet für Action, Dokumentation und Available-Light-Fotografie. (Ilford Photo⁠)

    Kodak Tri-X 400 ist einer der bekanntesten Schwarzweißfilme überhaupt. Er wird als ISO 400/27°-Film geführt und gilt als Klassiker für Kunst- und Reportagefotografie mit klassischer Kornstruktur und gutem Push-Verhalten. (fotoimpex.de⁠)

    Filmsorten und ISO-Empfindlichkeit

    Die Wahl des Films bestimmt wesentlich den Charakter eines analogen Fotos. Neben Hersteller, Farbwiedergabe und Korn spielt die ISO- beziehungsweise ASA-Empfindlichkeit eine zentrale Rolle. Die folgende Übersicht ordnet wichtige Farbfilme, Schwarzweißfilme und Diafilme nach Hersteller, empfohlener Empfindlichkeit und typischer Bildwirkung ein.

    Übersicht: Farb- und Schwarzweißfilme für analoge Fotografie
    Hersteller Film ASA / ISO empfohlen Kurzcharakteristik
    Kodak ProImage 100 80 Günstiger Allrounder, feines Korn, etwa ±1 EV Belichtungsspielraum.
    Kodak Gold 200 200 Warmer Farbfilm mit kräftiger Farbwiedergabe; bei stärkerer Überbelichtung kann Rotdrift entstehen.
    Kodak UltraMax 400 400 Kräftige Farben, sichtbares Korn, robuster Alltagsfilm für wechselnde Lichtverhältnisse.
    Kodak ColorPlus 200 200 Klassischer Retro-Look, günstiger Farbfilm mit sichtbarem Korn und einfacher Farbwiedergabe.
    Kodak Portra 160 160 Sehr feinkörnig, sanfter Pastell-Look, besonders geeignet für Porträt und ruhiges Licht.
    Kodak Portra 400 320–400 Sehr ausgewogener Farbfilm; bei leichter Überbelichtung entstehen weiche Pastelltöne.
    Kodak Portra 800 800 Lichtstarker Farbfilm für wenig Licht, Innenräume und Available Light.
    Kodak Ektar 100 100 Sehr feines Korn, hohe Sättigung und hoher Kontrast; stark für Landschaft und Reise.
    Kodak T-Max 100 80–100 Moderner Schwarzweißfilm mit T-Grain-Struktur, sehr feinkörnig und scharf.
    Kodak T-Max 400 400 Moderner Schwarzweißfilm mit höherer Empfindlichkeit und feinem Korn für ISO 400.
    Kodak 400 TX / Tri-X 200–1600 Klassischer Reportage-Look, charaktervolles Korn und sehr gutes Push-Verhalten.
    Fuji Pro 400H 400 Eingestellter Farbfilm mit Pastellcharakter und weicher Farbwiedergabe.
    Fuji Acros 100 II 100 Moderner Schwarzweißfilm mit sehr feinem Korn und gutem Langzeitverhalten.
    Fuji Provia 100F 100 Neutraler bis leicht kühler Diafilm; präzise Belichtung erforderlich.
    Fuji Velvia 50 / 100 50 / 100 Sehr hohe Farbsättigung, starker Kontrast und geringer Belichtungsspielraum.
    Ilford FP4 Plus 125 Klassischer Schwarzweißfilm mit feinem Korn, guter Schärfe und großzügigem Spielraum.
    Ilford HP5 Plus 400 Sehr flexibler ISO-400-Schwarzweißfilm für Reportage, Street und Available Light.
    Ilford Delta 100 100–125 Moderner Schwarzweißfilm mit feinem Korn und hoher Detailzeichnung.
    Ilford Delta 400 400 Feiner als HP5 Plus, moderner Look, aber etwas weniger tolerant.
    Ilford Delta 3200 1600–3200 Hochempfindlicher Schwarzweißfilm für wenig Licht, Konzert und Nachtfotografie.
    Ilford Pan F Plus 50 50 Extrem feinkörniger Schwarzweißfilm für viel Licht, Stativ und sehr ruhige Motive.
    Ilford SFX 200 200 Schwarzweißfilm mit erweiterter Rotempfindlichkeit; für Infrarotwirkung mit passendem Filter.
    Ilford XP2 Super 50–800 Chromogener Schwarzweißfilm für C-41-Entwicklung mit großem Belichtungsspielraum.
    Foma Fomapan 100 64–100 Günstiger klassischer Schwarzweißfilm aus Tschechien, eher traditioneller Look.
    Foma Fomapan 200 125–200 Etwas flexibler als Fomapan 100, mit klassischem Korn und moderatem Kontrast.
    Foma Fomapan 400 250–400 Günstiger ISO-400-Schwarzweißfilm mit sichtbarem Korn und klassischer Anmutung.
    Kodak Ektachrome E100 100 Diafilm mit neutraler Farbwiedergabe, hoher Klarheit und engem Belichtungsspielraum.
    AgfaPhoto / Discounter APX je nach Version Preisgünstige Schwarzweißfilme; Emulsion und Eigenschaften können je nach Charge oder Version variieren.

    Hinweis: ASA- und ISO-Angaben sind als redaktionelle Praxiswerte zu verstehen. Je nach Kamera, Belichtungsmesser, Entwicklung, Labor, Scan und gewünschtem Look können abweichende Einstellungen sinnvoll sein. Verfügbarkeit und Eigenschaften einzelner Filme können sich ändern. Angaben ohne Gewähr.

    ISO 800 und höher – wenig Licht und Bewegung

    Filme mit ISO 800, ISO 1600 oder höher sind Spezialisten für schwieriges Licht. Sie eignen sich für Innenräume, Konzerte, Abendstimmung, Nachtaufnahmen, Reportage und Situationen, in denen kurze Verschlusszeiten nötig sind. Der Preis dafür ist meist stärkeres Korn. Das muss kein Nachteil sein. Gerade bei Schwarzweißfotografie kann grobes Korn sehr gut wirken. Es erzeugt einen rauen, dokumentarischen Charakter und passt zu Reportage, Street, Musik, Nacht und urbanen Motiven. Bei Farbfilm ist ISO 800 ebenfalls interessant, etwa bei Available Light oder Innenräumen. Allerdings sind hoch empfindliche Farbfilme teurer und weniger verbreitet als ISO 100, 200 oder 400

    Farbnegativfilm, Schwarzweißfilm und Diafilm

    Neben der ISO-Empfindlichkeit ist die Filmsorte entscheidend. Farbnegativfilm ist der flexibelste Filmtyp. Er wird im C-41-Prozess entwickelt, ist gut scannbar und verzeiht Belichtungsfehler meist besser als Diafilm. Für Alltag, Reise, Porträt, Natur und Streetfotografie ist Farbnegativfilm die universelle Wahl.

    Schwarzweißfilm ist besonders eigenständig. Er reduziert das Bild auf Licht, Form, Kontrast und Struktur. Alte Bäume, Wald, Felsen, Architektur, Streetfotografie und Wintermotive funktionieren in Schwarzweiß sehr gut. Viele Schwarzweißfilme lassen sich außerdem gut pushen, also absichtlich höher belichten und entsprechend länger entwickeln.

    Diafilm, auch Umkehrfilm genannt, erzeugt direkt ein positives Bild. Er bietet kräftige Farben, hohe Brillanz und klare Tonwerte, verlangt aber eine sehr genaue Belichtung. Die Belichtungstoleranz ist deutlich geringer als bei Farbnegativfilm. Diafilm ist deshalb eher für erfahrene Fotografen geeignet.

    Push und Pull – ISO bewusst verändern

    Bei Film kann man die ISO-Empfindlichkeit bewusst anders nutzen als auf der Packung angegeben. Wird ein ISO-400-Film wie ISO 800 belichtet und entsprechend länger entwickelt, spricht man von Push-Entwicklung. Das ist besonders bei Schwarzweiß beliebt.

    Push bringt mehr nutzbare Empfindlichkeit, erhöht aber meist Korn und Kontrast. Ein HP5 Plus oder Tri-X lässt sich deshalb gut für dunklere Situationen einsetzen, wenn man den raueren Look akzeptiert oder sogar bewusst sucht. Pull bedeutet das Gegenteil: Ein Film wird niedriger belichtet und kürzer entwickelt. Das kann Kontraste reduzieren und weichere Tonwerte erzeugen. In der Praxis ist Pull weniger verbreitet als Push. Wichtig ist: Push und Pull müssen dem Labor mitgeteilt werden. Sonst wird der Film normal entwickelt und das Ergebnis fällt anders aus als geplant.

    Viele digitale Fotografen versuchen Rauschen zu vermeiden. Beim Film ist Korn dagegen Teil der Bildsprache. Feines Korn wirkt sauber und detailreich. Grobes Korn wirkt rau, lebendig und analog. ISO 100 wirkt meist ruhiger. ISO 400 zeigt mehr Struktur. ISO 800 und höher können deutlich körniger werden. Das ist nicht schlechter, sondern anders. Für Architektur, Produkt, ruhige Landschaft und feine Details ist niedriges Korn sinnvoll. Für Reportage, Street, Schwarzweiß, alte Städte, Konzerte oder dokumentarische Serien kann grobes Korn genau richtig sein.

    Praktische Empfehlung

    Wer neu in die analoge Fotografie einsteigt, sollte nicht mit zu vielen Filmen gleichzeitig beginnen. Besser ist es, einige Rollen eines Films zu belichten und dessen Verhalten kennenzulernen. Für Farbe ist ISO 200 oder ISO 400 ein guter Einstieg. Kodak Gold 200, Kodak ColorPlus 200 oder Kodak Portra 400 sind typische Optionen. Für Schwarzweiß sind Ilford HP5 Plus, Kodak Tri-X 400, Kentmere 400 oder Ilford FP4 Plus gute Ausgangspunkte. HP5 Plus und Tri-X sind besonders flexibel, FP4 Plus eignet sich eher für ruhige Motive und gutes Licht. Wer Landschaft und Natur mit feinem Korn fotografieren möchte, kann Kodak Ektar 100 oder einen ISO-100-Schwarzweißfilm wählen. Wer mehr Charakter und Flexibilität sucht, greift zu ISO 400

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